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Gratisführung im Druckmuseum / Visite guidée gratuite au Musée de l'imprimerie

Es finden Führungen und Demonstrationen auf den Maschinen statt,
jeweils um 14h30 und 16h00, der Eintritt ist frei.

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DRUCKMUSEUM

 

Seit Juli 2009 sind Alexia Duvivier und ihre Werkstatt La Reliure d'Art fester Bestandteil des Druckmuseums. Ab Oktober 2009 bietet sie hier Buchbindekurse für Erwachsene an, die sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene wenden. (www.lareliuredart.com)

 

Das Museum

Zentrales Thema ist die technische Entwicklung im Druckereiwesen Luxemburgs, hauptsächlich von 1850 bis 1950. Mit dem Einzug des Offsetdrucks verliert der klassische Buchdruck (Hochdruck) in der Massenproduktion immer mehr an Bedeutung und wird somit museumsreif. Nicht erst seit Gutenberg wurden Bücher gedruckt, doch Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern aus einer Bleilegierung vereinfachte die Herstellung und brachte ihm den Titel "Man of the Millennium" ein. Bis dahin waren Bücher nahezu unerschwinglich und standen nur einer elitären Bevölkerungsschicht zur Verfügung. Druckerzeugnisse spielten im Laufe der Jahrhunderte eine immer wichtiger werdende Rolle im Demokratisierungsprozess, läuteten sogar Revolutionen ein und sind heute nicht mehr wegzudenken!

Die Sammlung

Zwei Kniehebelpressen, zahlreiche Setzkästen und Lettern, die legendäre "Linotype" (Maschinensatz), zwei Schnellpressen, fünf Tiegelpressen, Pappschneidemaschinen und Heftladen zum Buchbinden stellen den zentralen Teil der Sammlung dar. Besonders originell sind die Maschinenklänge. Die Themen Papier, Farbe, Typographie, Materialkunde sind mit Exponaten in Vitrinen abgebildet. Die alte Tradition des Gautschens ist mit Gautschbütte und Fotos dargestellt.
Druckerzeugnisse sind nur wenige zu sehen, dafür öffnet das Museum die Pforten für limitierte Kleinauflagen, gerne in Zusammenarbeit mit Künstlern.

Carte blanche

Grafisch arbeitende Künstler können sich für eine sogenannte "carte blanche" (sozusagen eine Freikarte zum Drucken) im Druckmuseum bewerben. Während eines Zeitraums von vier Monaten stehen immer mittwochs die Kniehebel-, Schnell- und Tiegelpressen zur Verfügung, die mit der Hilfe der ehrenamtlich tätigen Drucker (und Handsetzer) bedient werden. Diese Möglichkeiten können von Künstlern für eigene Arbeiten genutzt werden. Im Gegenzug verbleiben je zwei Exemplare beim Museum zum Aufbau einer grafischen Sammlung. Willkommen ist auch der Entwurf eines "multiples" für den Shop, zum Beispiel der Entwurf einer Grußkarte. Vorhandenes Material kann genutzt werden, bei Sonderwünschen sollte dies mitgebracht werden.

Bewerbungen für folgende Perioden bitte an den Kulturhuef, Monika Jakobs, schicken: 01-04/2008 /// 05-08/2008 /// 09-12/2008, Einsendeschluss jeweils 6 Wochen vor Beginn.

Druckkurse für Groß und Klein

Im Workshop finden unter anderem Druckkurse für Kinder statt, zum Beispiel der "Stempeldruck" und die Kreation eines eigenen Memory-Spiels.
Ab Oktober werden auch Tageskurse für Erwachsene angeboten. Der Künstler O.W. Himmel vermittelt Kenntnisse im Linol- und im Holzdruck. Gedruckt wird auf den Kniehebelpressen im Druckmuseum.

Führungen

Über das ganze Jahr gibt es an Sonn- und Feiertagen Gratisführungen im Druckmuseum. Geführte Besichtigungen für größere Gruppen oder an anderen Tagen sind auf Anfrage jederzeit möglich. Die Kosten pro Führung betragen derzeit 50 EUR für max. 20 Teilnehmer. Dauer ca. 1-1,5 h.

Öffnungszeiten

Museum und Galerie: jeden Tag zwischen 14 Uhr und 18 Uhr, Montags geschlossen .

 

LinotypeWer bin ich? LINOTYPE Modell 16, Viermagazin
Erfinder: Ottmar Mergenthaler (1854-1899), Boston (USA) 1886
Hersteller: Berliner Maschinenbau AG vorm. L. Schwartzkopff (D)
Baujahr: 1955
Leistung: 6.000-7.000 Buchstaben/Stunde
Herkunft: Spende der  Imprimerie Joseph Beffort, Bartringen (L)
Besonderheiten: Auslösung eines Rationalisierungsschubes, eine Maschine ersetzt 6 Handsetzer, soziale Krise des Druckgewerbes.
Wie funktioniere ich? Ich bin eine Setz- und Gießmaschine in Einem. Durch das Anschlagen der Klaviaturtasten rutschen die Matrizen (Gießformen) auf ein dauernd laufendes Band und werden im Sammler aneinandergereiht. Ist die Zeile abgetippt, befördert ein Mechanismus die durchgelesene Textzeile vor den Gießmund, der die Matrizen mit flüssigem Blei (285°) ausgießt.

 

Wer bin ich? STOPP- oder HALTZYLINDERPRESSE, Typ Accidenz N° 5, System EisenbahnbewegungAccidenz No5
Erfinder: Friedrich Gottlob Koenig (1774-1833)
Hersteller: Bohn & Herber, Würzburg, (D)
Baujahr: 1900
Leistung: 700 Druckbogen/h
Druckformat: 64 x 42 cm max.
Herkunft: Imprimerie Breistroff, Rümelingen (L)
Leihgabe: Dépôt du Fonds Culturel National, Luxemburg (L)
Besonderheiten: Erste Generation der Schnellpressen.
Wie funktioniere ich? Über die flache Druckform läuft ein Zylinder, der den Papierbogen über der Druckform abrollt; nach dem Druckvorhang stoppt der Zylinder, der einseitig gedruckte Bogen wird in die fadenbespannte Auslage gelegt. Antrieb über Handkurbel oder Fußpedal. Farbwerk mit Farbkasten und 2 Farbwalzen, Papieranlegung von Hand.